
BOTOX, auch Botulinumtoxin, ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Es ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiß, welches von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet wird. Das Medikament wird gentechnisch gewonnen und unterliegt strengsten Kontrollen. Wird es in einen Muskel gespritzt, so blockiert es dort die Freisetzung eines Botenstoffes zur Auslösung von Muskelkontraktionen. Dadurch kann der entsprechende Muskel nicht mehr wie gewohnt angespannt werden. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden nicht beeinflusst. Der Wirkstoff ist seit über 20 Jahren für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen bekannt. Seit einigen Jahren wird er in sehr hohen Verdünnungen auch in der ästhetischen Medizin verwendet. Hierbei sollen Falten, die durch ständige mimische Aktivität entstehen, also mimische oder dynamische Falten, durch Injektionen in den entsprechenden Muskel geglättet werden. Die Zulassung zur Faltenbehandlung wurde bisher für die Korrektur von Zornesfalten an der Stirn erteilt. Weitere Zulassungen werden angestrebt.
Die Lösung mit Botulinumtoxin A wird mit einer sehr feinen Nadel direkt in den entsprechenden Muskel bzw. in die Umgebung des entsprechenden Muskels injiziert. Die Wirkung entfaltet sich lokal begrenzt und wird vor Ort wieder abgebaut. Da die Einspritzungen mit einer sehr feinen Nadel erfolgen, ist die Behandlung nahezu schmerzfrei. Selten kann es unmittelbar beim Einspritzen zu leichten brennenden Empfindungen kommen. Vor der Behandlung kann daher gerne eine Betäubungscreme angewendet werden. In noch höheren Verdünnungen kann Botulinumtoxin auch in Form von Mesobotox in die Haut injiziert werden, sodass durch Diffusion des Wirkstoffs zu den kleinen Hautmuskeln oberflächliche Knitterfältchen sanft geglättet werden. Die Behandlung dauert 15-30 Minuten.
Eine Verbesserung der Falten tritt im Allgemeinen innerhalb einer Woche nach der Behandlung auf, wobei der Peakeffekt allgemein innerhalb vier Wochen gesehen wird. Die Wirkung hält 5-6 Monate an. Es können Wiederholungsbehandlungen verabreicht werden, wenn die Wirkung der vorherigen Injektion nachgelassen hat. Wiederholungsinjektionen sollten nicht häufiger als alle fünf Monate erfolgen.
Generell ist die Behandlung mit Botulinumtoxin sehr sicher und effektiv. In seltenen Fällen können aber Nebenwirkungen auftreten, meist innerhalb der ersten Tage nach der Injektion und sie sind in der Regel vorübergehend.
Reaktionen an der Injektionsstelle:
Lokale Schmerzen / Brennen / Stechen / Ödeme / Blutergüsse
Nervensystem:
Kopfschmerzen / Schwindel / Übelkeit / Mundtrockenheit / Spannungsgefühl / Fehlempfindung / Zuckung
Auge:
Ptosis / Augenschmerzen / Ödem / Lidentzündungen / visuelle Störungen / Lichtempfindlichkeit
Haut:
Hautrötung / Juckreiz / trockene Haut Immunsystem : Grippeähnliche Anzeichen / allgemeine Schwäche / Fieber / Infektion
Als Ptosis bezeichnet man das Herabhängen des Oberlids. Diese unerwünschte Muskelabschwächung kann man versuchen durch Augentropfen zu lindern. Die Muskelabschwächung ist jedoch nicht permanent, sondern verschwindet mit dem Nachlassen des Medikaments. Eventuell auftretende Asymmetrien können durch ein Nachspritzen korrigiert werden. Eine Falte kann neben dem sichtbaren Ausdruck eines abnorm starken Muskels immer auch eine Bruchstelle (Narbe in der Haut) darstellen. Daher kann auch nach erfolgreicher Anwendung mit Botulinumtoxin ein sichtbarer Strich im Hautniveau als Ausdruck dieser Hautnarbe verbleiben. Es bestehen als Alternative auch weiterführende Möglichkeiten einer Narbenangleichung z.B. durch Unterspritzung mit Hyaluronsäure. In sehr seltenen Fällen kann es sein, dass BOTOX keine Wirkung zeigt.
